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Von Geetanjali Shree sind im Draupadi Verlag
zwei Bücher erschienen:
Mai. Ein
Roman. Aus dem Hindi übersetzt von
Reinhold Schein. ISBN 978-3-937603-45-2,
244 Seiten, 14,80 Euro, 24,00 SFr
Weißer
Hibiskus. Erzählungen.
Aus dem Hindi übersetzt von Anna Petersdorf.
ISBN 978-3-937603-46-9, 88 Seiten,
9,80 Euro, 17,00 SFr
Informationen zu der indischen Autorin finden Sie hier.
Am 26.8.2010 erschien in der
"Rhein-Neckar-Zeitung" folgende Rezension:
Der gekrümmte Rücken als Metapher
Neues vom Heidelberger Draupadi Verlag
Von
Franz Schneider
Geetanjali
Shree, es ist ein Versuch wert, sich diesen Namen zu merken. In Indien ist er
Literaturfreunden längst ein Begriff, denn Geetanjali Shree gilt als eine der
wichtigsten Autorinnen, die auf Hindi schreiben, verstanden und gesprochen von
388 Millionen Menschen. Geboren 1957, lebt sie heute in Neu-Delhi und schreibt
Romane und Kurzgeschichten. Aufsehen erregte Geetanjali Shree sogleich mit
ihrem Roman-Debüt „Mai“, das Hindi-Wort für „Mutter“, der 1993 erschien und
bereits ins Englische und Französische übersetzt wurde. Nun liegt er auch auf
Deutsch vor, Reinhold Schein hat diese schwierige Arbeit vollbracht und sie ist
ihm sehr gelungen. „Mai“ liest sich nuancenreich, flüssig und geschmeidig. Der
Roman ist eine Familiengeschichte dreier Generationen in einem Haus. Es gibt
den Großvater, der herrisch darüber wacht wer das Haus betritt, es gibt die
Großmutter mit ihrer bösen Zunge, den Vater, der sich gerne religiösen
Zeremonien hingibt, es gibt Sohn und Tochter, die sich gegen die festgefügte
Ordnung aufzulehnen beginnen. Und es gibt eben „Mai“, die für alle zu arbeiten
scheint ohne zu klagen, ohne sich zu beschweren, geduldig die Launen der
anderen ertragend – mit einem zusehends gekrümmten Rücken, Metapher ihres
Daseins. Erzählt wird aus der Perspektive der Tochter in diversen Zeitsprüngen.
Ihre Entwicklung ist die Geschichte eines Verstehens, Mai zu verstehen, zu
begreifen, dass sich hier niemand selbst aufgegeben hat, sondern mit einer
großen Kraft gesegnet ist, einem großen Feuer, das in ihr brennt. Der Ton und
das Tempo, das Geetanjali Shree dabei anschlägt, ist lebendig, aber auch sanft
und weich zugleich, die einzelnen Episoden treiben wie in einem ruhigen großen
Fluss. Ganz besonders geglückt ist ihr die Charakterisierung der einzelnen
Figuren, die insbesondere durch ihre Essgewohnheiten porträtiert werden – es
ist natürlich Mais Aufgabe, diese sofort zu bedienen, ein Roman, in dem
unentwegt Speisen zubereitet werden. Damit gelingt Geetanjali neben einer
eindringlichen psychologischen Studie auch, einem ein gutes Stück indischer
Alltagsgeschichte zu vermitteln.
Von einer
anderen Facette erlebt dann einer die Autorin, wenn er zu einem kleinen Band
von Kurzgeschichten greift, „Weißer Hibiskus“ betitelt. An fünf Beispielen
beweist Geetanjali Shree hierbei ihre Fähigkeit zur lebendigen, knappen
Darstellung und beiläufigen Schilderung von Gefühlszuständen. Reizvoll aus
europäischer Perspektive geriet insbesondere eine Erzählung wie
„Kirschblütentanz“, die beschreibt wie eine alte Inderin Japan erlebt, somit
sich gleich zwei Großkulturen einander berühren.
So ist dem
Draupadi Verlag erneut für dieses Unternehmen zu danken, Heidelberg und dem
Rest der deutschsprachigen Welt indische Gegenwarts-Literatur nahe zu bringen.
Im
Oktober 2010 kam Geetanjai Shree zur Frankfurter Buchmesse. Im
Anschluss daran gab es eine Lesereise mit ihr durch sechszehn deutsche
Städte.
Der Roman "Mai" wurde im Dezember 2010 in die Bestenliste "Weltempfänger" aufgenommen und kam auf Platz fünf.
Die
Bücher von Geetanjali Shree können über den Buchhandel
bezogen oder per E-Mail direkt beim Verlag bestellt werden:
info@draupadi-verlag.de
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